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1. Vorbemerkung und allgemeine Betrachtungen
In dieser Darstellung wird -in bescheidenem Umfang - auch auf medizinische einfach dargestellte Zusammenhänge eingegangen, soweit dies zum Verständnis der Erfordernisse und Anforderungen an die Technik der Therapiegeräte notwendig ist. Für weitergehende Informationen können Sie auch die in dieser Seite enthaltenen Links (siehe weiter unten) nutzen. Die Therapie der Schlafapnoe erfolgt
mit den sogenannten CPAP-Therapiegeräten, die sicherstellen sollen, dass der
Verschluss der Atemwege ( des Nasen- und Rachenraumes) beseitigt wird. Dies geschieht mit
der pneumatischen Schienung, eines Offenhaltens mit Überdruck. Was sind nun die wichtigsten Anforderungen die an ein
Therapiegerät zu stellen sind ? Die folgenden Gerätekennwerte werden stark vereinfacht beschrieben, um dem interessierten Betrachter einen Überblick zu den Gerätegruppen zu erleichtern. Soweit Sie dieses Wissen vertiefen wollen, können Sie die Homepages von Therapiegeräteherstellern nutzen, um Detailwissen zu erhalten. Hier ein sehr gutes, ausführliches Lexikon zu Begriffen der Therapiegeräte, dort können Sie Ihr Wissen zu einigen genutzten Begriffen erweitern oder ausbauen sowie weitere Informationen zu den Gerätegruppen erhalten: Auf diesen Seiten werden häufig gestellte Fragen beantwortet bzw. verschiedene Gerätetypen vorgestellt und erläutert: Auf folgender Seite sind interessante Artikel aus der Zeitschrift "das schlafmagazin" zu finden, die im Verlag MediText von Dr. Magda Antonic herausgegeben wird und in unseren Selbsthilfegruppen erhältlich ist. Diese Zeitschrift befasst sich speziell mit Problemen der Schlafapnoe und des weiteren Umfeldes.- Weitere Adressen sind in Vorbereitung, nutzen Sie auch unsere eigenen Button "Partner" und "Webtipps"! - Bitte beachten Sie: Aus der Ansicht dieser Links kehren Sie durch Anklicken der linken Navigationsbutton unserer Seite wieder hierher zurück !!
2. Grundsätzliche Anforderungen an Therapiegeräte
2.1 Konstanter Therapiedruck - Druckstabilität, Druckvarianz : Druckstabilität ist ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal
eines CPAP-Therapiegerätes. Der Druck des CPAP-Gerätes - so wie er im Schlaflabor eingestellt wird - muß also trotz wechselnder Belastung durch den Nutzer stabil gehalten werden, die Druckvarianz gering bleiben. Nur so ist die Belastung des Organismus gering zu gestalten und das Therapieziel auch mit möglichst niedrigen Druckwerten zu erreichen. Dem Betroffenen sollte seine Druckeinstellung im Schlaflabor bekannt sein, der Druck wird zumeist in hPa (hekto-Pascal) angegeben.
2.2 Ausreichende Atemluftliterleistung: Der Atemluftverbrauch - die nötige Luftmenge - eines Erwachsenen, d.h. das eingeatmete (ventilierte) Luftvolumen beträgt ca. 6 l bis 8 l pro Minute. Spricht man dagegen vom Atemflow, dann meint man die Atemluftstrom, der pro Sekunde gefordert wird, (er wird in Liter pro Sekunde gemessen), er kann bei heftiger und tiefer Atmung (z. B. Leistungssportler) bis 10 l/s erreichen. Dies sind also unterschiedliche Begriffe. Eine schnelle Atmung nach leichter Anstrengung, etwa nach einem kurzen Treppensteigen kann den Flow je nach Bedingung schon auf 2 l/s bringen. Die Atemfrequenz, d.h. die Anzahl der Atemzüge pro Minute, ist je nach Belastung, Alter usw. abhängig. Man ist einfach "ausser Atem" gekommen. Gleiches gilt im Schlaf, so können sich im Anschluss an eine Apnoe sowohl Atemfrequenz als auch Atemtiefe erheblich erhöhen. Denken Sie hierbei an Schnapp- oder Stossatmung, also wenn die Luft durch eine gerade aufgetretene Apnoe gefehlt hat und schnell ausgeglichen werden soll . Auch der Schnarchlaut ist ein Ergebnis dessen. Ein CPAP-Therapiegerät muss also auch besonders in einer solchen Atemsituation eine ausreichende Luftmenge liefern können, ohne dass dann der Therapiedruck stark einbricht, also sinkt, es muss daher auch bezüglich der Luftliterleistung auch leistungsfähig sein.
2.3 Ausreichende Atemluftfilterung: Die Luftfilterung soll den Benutzer zunächst vor Stäuben, Verunreinigungen usw. schützen, wie sie normalerweise in der Atemluft vorkommen. Sie sind aber auch notwendig, um die Verunreinigung und Kontaminierung der Therapiegeräte selbst zu begrenzen. Bei einem CPAP-Therapiegerät befindet sich der Luftfilter im Ansaugluftweg, also vor dem Gebläse (meist eigentlich fälschlich als Turbine bezeichnet). Wenn Sie z. B. Allergiker sind, werden Sie besonders verstehen, das ein feinporiger Allergiefilter wünschenswert ist, also wenn z.B. eine Hausstaub- oder Pollenallergie vorliegen sollte. Da Filter die Druckstabilität natürlich beeinträchtigen, besitzen Geräte mit sehr dynamischen Gebläsen die wirksamsten Filter, dort kann man sich dies eben leisten. Diese Geräte können den Filterwiderstand sehr wirksam durch Druckregelung eliminieren. Geräte ohne Druckregelung besitzen daher die schlechteste Filterwirksamkeit. Weil gerade die CPAP-Therapie die Luftwege bei vielen Betroffenen belastet, z.B. durch Austrocknung und Reizung der Nasenschleimhäute usw. ist eine gute und ausreichende Luftfilterung absolut notwendig um chronische Probleme zu begrenzen oder ganz zu vermeiden. Die Auslegung des Filters, z.B. seine flächenmäßige Größe, seine Filterqualität (Mehrlagigkeit) usw. werden somit letztlich ein Kriterium für die Qualität des Therapiegerätes selbst. Besonders ist durch Nutzer von CPAP-Therapiegeräten der vorgeschriebene und rechtzeitige Filterwechsel zu beachten. Viele Geräte fordern den Nutzer auch hierzu selbständig auf. Beachten Sie aber bitte, dass die Häufigkeit des notwendigen Filterwechsel von den bei Ihnen herrschenden Umgebungsbedingungen, wie Pollen-, Staub- und Feinstaubbelastung usw. abhängt. Die Hinweise der Therapiegeräte zum Zeitpunkt des Filterwechsels sind also nur eine Mindestforderung, Sie sollten hier also entsprechend aktuellen den Umweltbedingungen handeln.
2.4 Geringe Atemlufterwärmung:
Wenn die Therapieluft durch die Eigenerwärmung
der Therapiegerätes erwärmt ist, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen. D.h.,
das eine im Gerät angewärmte Raumluft (sie durchströmt ja das Therapiegerät)
den Schleimhäuten und dem Rachenraum Wasser entzieht, die beim Nutzer zu
Austrocknung und Reizungen führen kann. Dies macht wiederum den Einsatz von
Atemluftbefeuchtern notwendig, die dies ausgleichen sollen. Der
Atemluftbefeuchter muß mindestens die Wassermenge ausgleichen, die durch die
(unnötige) Lufterwärmung im Therapiegerät entzogen wurde. Ein Therapiegerät
darf demzufolge nur eine möglichst geringe Atemlufterwärmung verursachen, da
dies zu weiteren Problemen führt.
2.5 Lautstärke und Gewicht Die Lautstärke des Therapiegerätes sollte naturgemäß niedrig liegen, da es ja den Schlaf stören würde und auch den Bettnachbarn belästigt, er hört ja jetzt meist genauer hin, da ihm das bisher störende Schnarchen möglicherweise - als gleichzeitig vertrautes, aber auch lästiges Geräusch - fehlt. Den Betroffenen selbst stört natürlich das Geräusch des Therapiegerätes direkt. Die WHO hat daher einen zulässigen Richtwert für den Schallpegel von <30 dB(A) festgelegt, der von den Geräten einzuhalten ist. Dies wird jetzt zumeist eingehalten, wobei diese meist unter ca. 26 dB(A) liegen. Von Bedeutung hat sich in der Praxis herausgestellt, dass auch der über den Atemschlauch abgestrahlte Schallanteil - und im Frequenzspektrum zu beurteilende - Schallpegel, für den Nutzer eine störende Schallquelle darstellt. Diese Schallquelle ist meist störender, da sie direkt über die Atemmaske übertragen wird. Gleichzeitig stellt auch das Geräusch, das ggf. über das Ausatemventil und Undichtheiten der Atemmaske erzeugt wird eine Störung des Schlafes dar. Bei den letztgenannten Punkten besteht meist noch Handlungsbedarf Das Gewicht des Atemtherapiegerätes sollte für den Betroffenen eigentlich kein besonders relevantes Qualitätsmerkmal eines Therapiegerätes darstellen - es hat keinen direkten Einfluss auf die notwendige Therapiequalität. Natürlich ist es für den Transport des Gerätes, bei Reisen usw. dann ein Kriterium. Bedenkenswert ist aber, das ein höheres Gewicht auch für mehr Standsicherheit sorgt und nur ein Gerät mit einem gewissen Gewicht auch ausreichend leise sein kann, da eine optimale Geräuschdämmung eine gewisse Masse -natürlich an der richtigen Stelle erfordert. Je größer der Atemwegswiderstand ist, desto mehr Luftdruck muss die Atemmuskulatur aufbringen, um den gleichen Atemflow zu bewirken. Daher gilt es den Atemwegswiderstand eines Therapiegerätes niedrig zu halten oder gar selbst zu beseitigen oder negativ zu gestalten.
2.7 Steuerung der Atemluftbereitstellung: Die Steuerung der Atemluftbereitstellung über ein Therapiegerät ist nicht unproblematisch, da ja hier ein Organismus mit Atemluft versorgt werden muss, der seine eigenen physiologischen Anforderungen besitzt. Diese Anforderungen sind natürlich personenbezogen und von vielen komplizierten Bedingungen und Vorgängen abhängig. Jeder Mensch ist eben eine Persönlichkeit für sich, es gilt also geeignete Steuerungsmöglichkeiten zu finden, die objektiv sind und verallgemeinert werden können. Gleichzeitig muss dies technisch sicher und wirtschaftlich realisiert werden können - es ist also eine wahre Herausforderung an die Gerätehersteller. Es sollten alle physiologischen Anforderungen abgedeckt werden können, wobei die Therapie aus "medizinisch-technischer" Sicht anforderungsgemäß und schonend für den Organismus erfolgen sollte. Dies erfordert u.a. eine "überdisziplinäre" Zusammenarbeit von Technikern, Medizinern, Wirtschaftlern und nicht zuletzt auch den Anwendern, d.h. den Betroffenen. Es ist klar, hier ist eine ständige Weiterentwicklung erforderlich , die konsequent zu einer Verbesserung der Therapie führen muss. Sie werden im Verlauf dieser Darlegungen erkennen können, daß hier über die Gerätegruppen eine Anpassung an die unterschiedlichen Therapieerfordernisse angestrebt wird. Es ist zu beachten, jede Gerätegruppe besitzt ihre speziellen therapeutischen Anwendungsgebiete, also keine Gerätegruppe nun generell die beste für alle Anwendungen darstellt. Es sei auch daran erinnert, das die Auswahl der Gerätegruppe dem behandelnden Arzt obliegt, dem allerdings hier eine besonders hohe Verantwortung zukommt, zumal er sich hier mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Gerätegruppen auskennen sollte, um therapiegerecht zu behandeln. Hier ist auch zu beachten, Atemtherapiegeräte sind aufgrund ihrer Leistungsunterschiede grundsätzlich nicht untereinander austauschbar , wenn keine erneute Einstellung im Schlaflabor erfolgt. Zur Gesamtproblematik der Therapiegeräte wurde von Dr. Klaus Ladage - Vorsitzender des 3. Senats des Bundessozialgerichtes Kassel - ausgeführt: "Aus juristischer Sicht sei eigentlich jede technische Neuerung, die eine Verbesserung für den Patienten darstellt "wirtschaftlich und notwendig". Denn "ausreichend" ist die Hilfsmittelversorgung fast nie, weil das Handicap des Patienten lediglich ausgeglichen aber nie vollständig beseitigt werden könne."
*** So, kommen wir jetzt zu den Therapiegerätegruppen, ausreichende Vorbemerkungen sind hierzu erfolgt. Genauere Kenntnisse und Definitionen können Sie unter den vorgenannten Lexika oder auf den Internetseiten der Hersteller der Therapiegeräte erhalten - siehe oben. In der zeitlichen Entwicklung der Therapiegeräte wurden zunächst Therapiegeräte eingesetzt, die einen kontinuierlichen und konstanten, aber ungeregelten Therapiedruck lieferten (der mehr oder weniger stabil war) und an die Erfordernisse des Betroffenen bezüglich der Höhe des Druckes angepasst war. Diese Geräte waren ausnahmslos zunächst einfache CPAP-Geräte.
3. Die Gruppen der Therapiegeräte 3.1 Das nCPAP-Therapiegerät Wie der Abkürzung bereits erklärt,
handelt es sich hier um [nasale], mit
[Continuous]
kontinuierlichem [Positive]
positivem (also [Airway]
Atemwegs-Überdruck) [Pressure]
arbeitende Therapiegeräte, die einen kontinuierlichen
und konstanten
Therapiedruck bei Ein- (Inspiration) und Ausatmung (Exspiration) liefern, der
nasal (also über die Nase durch die Atemmaske) eingeleitet wird. Diagramm: Druckdarstellung an einem
druckgeregelten nCPAP-Gerät
Im obigen Diagramm
sehen Sie den Druckverlauf bei einem druckgeregelten nCPAP -Therapiegerät
(eingestellt auf 8,0 hPa Nenndruck). Jeweils bei Inspiration (Einatmung) fällt
der Druck, bei Exspiration (Ausatmung) steigt der Druck je nach Qualität des
Regelverhaltens. Idealerweise sollte der Solldruck der Therapie bei Ein- und
Ausatmung nicht beeinflusst werden, also konstant bleiben. Bessere Druckkonstanz
kann also wie oben beschrieben, zu einem niedrigerem Solldruck der Therapie
führen. Gute Therapiegeräte haben hier eine geringe Druckänderung, die auch
vom Atemvolumen, d.h. der Menge der benötigten Atemluft, nur gering beeinflusst
wird. Beachten Sie bitte, dass bei den CPAP-Geräten der Solldruck bei
Inspiration und Exspiration grundsätzlich gleich ist. Es muss also bei der Ausatmung gegen den
eingestellten Therapiedruck eine höhere Atemarbeit geleistet werden. Dies ist
ein wesentlicher Nachteil der normalen CPAP-Geräte, besonders bei höheren
Drücken - wie oben beschrieben. Aus dieser Erkenntnis erfolgte die Entwicklung
von BiLevel-Geräten, die diesen Nachteil vermeiden.
Diese
Verhältnisse sind zum besseren Verständnis stark vereinfacht und
schematisiert dargestellt.
In Kürze
werden als Fortsetzung folgen: Das Bi-Level-Therapiegerät
/ BiLevel / BiLevel ST Therapiegeräte
mit flexiblem Druck Das Automatik-Therapiegerät
/ Auto-CPAP Die
Übersicht der Therapiegeräte nach Herstellern und Gerätegruppen sehen Sie
unter Hilfsmittelverzeichnis - Hilfsmittel nach
§ 139 des Sozialgesetzbuch V ( SGB V ) Stand 15.05.2010
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